Ein Hörsturz ist eine meist einseitig, plötzlich auftretende Schwerhörigkeit bis hin zur Ertaubung, wobei keine Ursache erkennbar ist. Es handelt sich dabei um einen medizinischen Eilfall und wird oft als „Infarkt des Ohres“ bezeichnet. Mediziner raten dazu, innerhalb von 24 bis 48 Stunden einen HNO-Arzt aufzusuchen.

Je früher die Behandlung (meist mit hochdosiertem Kortison zur Abschwellung und Entzündungshemmung) beginnt, desto höher sind die Heilungschancen. In vielen Fällen tritt jedoch auch eine Spontanheilung ein, wenn der Betroffene sofort für Ruhe und Entlastung sorgt.

Die typischen Symptome eines Hörsturzes

Ein Hörsturz kündigt sich oft durch ein seltsames Gefühl im Ohr an. Betroffene beschreiben häufig folgende Symptome:

  • Hörverlust: Von einer leichten Dumpfheit (wie Watte im Ohr) bis hin zur völligen Taubheit auf einer Seite.

  • Druckgefühl: Ein starkes Spannungsgefühl im betroffenen Ohr.

  • Tinnitus: Begleitend tritt oft ein hohes Pfeifen oder Rauschen auf.

  • Verzerrtes Hören: Stimmen klingen blechern oder wie durch einen defekten Lautsprecher.

  • Schwindel: In selteneren Fällen kommt ein leichtes Schwindelgefühl hinzu.

Ursachen: Die Suche im Dunkeln

Die genaue Ursache ist medizinisch oft schwer festzustellen (idiopathisch). Es gibt jedoch verschiedene Theorien, was im Innenohr passiert:

  1. Durchblutungsstörungen: Die winzigen Gefäße, die die Haarzellen im Innenohr versorgen, werden schlechter durchblutet (ähnlich einem Mikroinfarkt).

  2. Stress: Eine der häufigsten Begleiterscheinungen. Stresshormone können die Gefäße verengen und die Regeneration des Gehörs stören.

  3. Virusinfektionen: Eine vorangegangene Entzündung (z. B. eine verschleppte Grippe) könnte das Innenohr schädigen.

  4. Autoimmunreaktionen: Das Immunsystem greift fälschlicherweise Gewebe im Innenohr an.

Abgrenzung: Hörsturz vs. Tubenmittelohrkatarrh

Der entscheidende Unterschied zwischen einem Tubenmittelohrkatarrh und einem Hörsturz ist der Ort des Geschehens: Während der Tubenkatarrh ein rein mechanisches Belüftungsproblem im Mittelohr darstellt, handelt es sich beim Hörsturz um eine funktionelle Störung im Innenohr oder am Hörnerv.

 

« Zurück zur Lexikonübersicht