Die häufigsten Ursachen für Ohrendruck (akuter Tubenmittelohrkatarrh) sind Erkältungen, Stress und Fliegen. Die eustachische Röhre (Ohrtrompete) ist für den Druckausgleich des Mittelohrs zuständig. Sie ist normalerweise geschlossen und öffnet sich nur, beim Kauen, Schlucken oder Gähnen. Bei Höhenveränderungen, oder Erkältungen kann die Ohrtrompete den Druck nicht mehr ausgleichen. Die häufigsten Folgen sind Schmerzen, Schwindel, Hörbeschwerden oder Missempfinden im Ohr.

Der Tubenmittelohrkatarrh (oft einfach Tubenkatarrh genannt) ist die medizinische Bezeichnung für eine Belüftungsstörung des Mittelohrs. Er ist genau der Zustand, der das unangenehme Druckgefühl verursacht, über das wir gerade gesprochen haben.

Der Name kann in seine Bestandteile zerlegt werden, um ihn zu verstehen:

  • Tuba (Tube): Bezieht sich auf die Eustachische Röhre (Ohrtrompete), die das Mittelohr mit dem Rachen verbindet.

  • Mittelohr: Der Ort, an dem der Druckausgleich stattfinden muss.

  • Katarrh: Ein alter medizinischer Begriff für eine Schleimhautentzündung mit vermehrter Sekretbildung (wie bei einem Schnupfen).

Was passiert dabei genau?

Normalerweise ist die Ohrtrompete ein schmaler Gang, der sich beim Schlucken oder Gähnen kurz öffnet, um frische Luft ins Mittelohr zu lassen. Beim Tubenmittelohrkatarrh passiert Folgendes:

  1. Verschluss: Durch eine Erkältung, Allergien oder Schwellungen im Nasen-Rachen-Raum schwillt die Schleimhaut der Ohrtrompete an und „verklebt“.

  2. Unterdruck: Da keine neue Luft mehr nachkommt, verbraucht das Gewebe im Mittelohr den vorhandenen Sauerstoff. Es entsteht ein Vakuum (Unterdruck).

  3. Einziehung: Dieser Unterdruck saugt das Trommelfell nach innen. Das ist der Moment, in dem du den „Druck“ spürst und alles nur noch wie durch Watte hörst.

  4. Flüssigkeit (Paukenerguss): Bleibt der Verschluss länger bestehen, kann das Gewebe Flüssigkeit absondern, die sich hinter dem Trommelfell sammelt.

Die typischen Anzeichen

  • Druckgefühl: Das Gefühl, das Ohr sei mit einem Pfropfen verschlossen.

  • Gedämpftes Hören: Man hört sich selbst oft lauter („Autophonie“), die Umwelt aber leiser.

  • Knacken: Beim Schlucken oder Gähnen knackt es im Ohr, wenn sich die Röhre ganz kurz und mühsam öffnet.

  • Leichte Schmerzen: Oft eher ein dumpfes Ziehen als ein stechender Schmerz.

Wie sich der Ohrendruck lösen lässt, haben ausführlich in einem eigenen Artikel aufgeschrieben.

« Zurück zur Lexikonübersicht